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Power People: Sarah Sjöström

Power People: Sarah Sjöström

Power People würdigt Menschen, die ihren eigenen Weg gehen – in ihrer Karriere, ihrem Leben und ihrem Elternsein. Die Schwimmerin und mehrfach ausgezeichnete Medaillengewinnerin Sarah Sjöström zeigt, dass Leidenschaft, Disziplin und Neugierde nicht verschwinden, wenn ein neues Kapitel beginnt. Sie entwickeln sich weiter. Wir haben mit Sarah darüber gesprochen, wie die Elternschaft ihren Alltag verändert hat, wie sie heute über Leistung denkt und warum sie diese Lebensphase als den Beginn von etwas Neuem sieht.

Wir treffen Sarah in einem Fotostudio in Stockholm. Sie beschreibt, wie sich ihr Alltag verändert hat, seit der kleine Adrian zur Welt gekommen ist – nicht indem er schwerer wurde, sondern klarer.

„Ich finde, als Elternteil wird man ein bisschen widerstandsfähiger. Früher hat es nicht viel gebraucht, damit sich ein Tag schlecht anfühlt. Jetzt beginnen die Tage meistens richtig gut, auch wenn es manchmal stressig ist.“

Sie erzählt, dass sie heute mehr schafft als früher – körperlich und mental.

„Ich kann so viel an einem Tag bewältigen. Ich habe Energie zum Trainieren, Energie, um Dinge zu erledigen – ich bin einfach ständig in Bewegung.“

Es ist kein völlig neues Ich, sondern dieselbe Person mit einer neuen Dimension.

„Ich habe das Gefühl, ich bin immer noch dieselbe. Es ist keine große Neudefinition davon, wer ich bin.“

Sarah und Adrian in der Najell Easy vol. 2 – Honey Beige

Sarah spricht auch darüber, dass die Elternschaft sie effizienter gemacht hat. Zeit wird jetzt anders genutzt.

„Wenn man ein Kind hat, wird man irgendwie effizienter. Man erledigt Dinge schneller.“

Heute erfordert es mehr Planung, überhaupt aus der Tür zu kommen – aber die Prioritäten sind eindeutig.

„Priorität Nummer eins ist immer, dass es Adrian gut geht. Danach kommt alles andere.“

Adrian kam auf chaotische Weise zur Welt – im Krankenwagen vor dem Eingang der Geburtsklinik Ende August 2025. Trotz all des Trubels gibt es einen Moment, der Sarah besonders stark im Gedächtnis geblieben ist, nur wenige Minuten nach der Geburt.

„Wir wussten nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Er lag auf meiner Brust, und etwa fünfzehn Minuten später fragte ich, ob ich ihn hochheben dürfe. ‚Lass uns mal sehen, was wir hier haben!‘ Das war ein bisschen wie ein König-der-Löwen-Moment.“

Sie beschreibt, wie surreal es war, wirklich zu begreifen, dass er jetzt da ist.

„Man glaubt ja fast nicht, dass man schwanger ist, bis man das Ultraschallbild sieht. Und dann war er plötzlich da. Das war einfach unglaublich.“

Nach der Schwangerschaft erlebte Sarah eine unerwartete körperliche Stärke.

„Ich fühlte mich sehr schnell extrem stark. Ich konnte große Trainingsumfänge ohne Muskelkater bewältigen. Da war richtig viel Power.“

Und der Alltag wird zum eigenen Workout.

„Man trägt ständig zehn Kilo mit sich herum – das ist ein gutes Krafttraining.“

Neugier war schon immer Sarahs Antrieb – und jetzt ist sie stärker denn je.

„Ich war immer neugierig darauf, was ich schaffen kann. Jetzt bin ich neugierig, auf welches Niveau ich nach der Schwangerschaft zurückkehren kann.“

Sie beschreibt ihre Comeback‑Reise als ein Familienprojekt – eines, das Zeit brauchen darf, aber voller Möglichkeiten steckt.

„Im Moment geht es darum, eine Routine im Training zu finden und ein Niveau, das mein Körper gut verkraftet. Ich fange ganz von vorne an und vergleiche mich nicht mit früher. Aber ich vergleiche von Tag zu Tag – und es ist unglaublich, all die Fortschritte zu sehen.“

Auf die Frage nach ihren Zielen sagt sie, dass Meisterschaften weiterhin eine Rolle spielen.

„Jedes Jahr gibt es eine große Meisterschaft, auf die ich in den nächsten drei Jahren hinarbeiten möchte.“

Dass sie weiter Spitzenleistungen verfolgen kann, hat viel mit Unterstützung zu tun.

„Ich bin so dankbar, dass unsere Familie in der Nähe ist und ich ein starkes Team um mich herum habe. Das macht einen riesigen Unterschied.“

Sie betont auch, wie wichtig ihre Partnerschaft ist.

„Johan ist kein Babysitter – er ist der Vater. Ich weiß, dass Adrian es gut bei ihm hat.“

Ihr Blick auf Erfolg hat sich verändert – es geht nicht mehr nur um Medaillen, Rekorde oder Titel. Heute umfasst er mehr Perspektiven.

„Egal, was passiert, wenn ich wieder zu Wettkämpfen zurückkehre – das Wichtigste ist, dass es Adrian gut geht.“

Die kleinen Momente zählen heute mehr als früher.

„Ein guter Tag kann etwas so Einfaches sein wie der Moment, in dem er plötzlich alleine sitzen kann.“

Drei Kurze

Morgenroutine: Kaffee, Morgennachrichten, Bett machen
Immer in der Tasche: Windeln und etwas zu trinken
Ein Wort für diese Lebensphase: Neugier